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Kooperationsprojekt »Mach Moor«

Moore bedecken weltweit nur etwa 3% der Landfläche, speichern jedoch fast doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Auch im Wasserkreislauf und für den Erhalt der Biodiversität sind sie von essenzieller Bedeutung. In den letzten Jahrhunderten wurden jedoch viele Moore entwässert, um Flächen für Landwirtschaft und Siedlungen zu gewinnen. Dadurch verlieren sie ihre Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, und beginnen im Gegenteil, bereits gebundenen Kohlenstoff wieder auszustoßen – in Form von CO₂ und auch Methan, das als Treibhausgas besonders wirksam ist.

Ein Lösungsansatz ist die Erhaltung und Wiedervernässung von Mooren durch Paludikultur(palus = Sumpf; cultura = Bewirtschaftung) ein Konzept, das eine nachhaltige Nutzung nasser Moorflächen ermöglicht. Dabei werden Pflanzen kultiviert, die unter feuchten Bedingungen gedeihen, wie Schilf, Rohrkolben oder Torfmoose. Diese Biomasse kann für Bau- und Dämmstoffe, als Energiequelle oder als Ersatz für Torf im Gartenbau genutzt werden.

Die Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf Paludikultur ist jedoch hochkomplex und erfordert ein systemisches Verständnis, z.B.:

Ökologisch: Welche Auswirkungen hat die Wiedervernässung und Nutzung auf Biodiversität, Wassermanagement und Klimaschutz?

Ökonomisch: Welche neuen Wertschöpfungsketten können entstehen? Warum könnten Landwirte wirtschaftlich davon profitieren?

Sozial & politisch: Welche Interessenskonflikte gibt es? Welche politischen Rahmenbedingungen sind notwendig?

Aufgabe der Studierenden war es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren der Paludikultur systemisch zu erfassen und in einer Gigamap darzustellen. Die Gigamap als visuelle Systemkartezeigt die Verbindungen zwischen Akteuren, Prozessen und Abhängigkeiten auf. Sie gibt allen Beteiligten ein umfassendes Verständnis eines komplexen Themas, dies zu visualisieren und Hebelpunkte aufzuzeigen.
Des Weiteren sollen bis zu 2 Interventionen (Service, Produkt, Workshop, Kampagne u.v.m.) als Lösungen skizziert werden.
Die Aufgabe wurde in Gruppen 3-4 Studierenden bearbeitet.

Betreuung
Prof. Pelin Celik

Kooperationspartner:
Pieter Dompeling
Heinrich-Böll-Stiftung e.V.